Ratgeber · Praxistest · Stand Oktober 2026

    KI-Telefonassistent kostenlos: Was sipgate sona im Praxistest wirklich kann

    KI-Telefonassistenten kosten bei vielen Anbietern zwischen 100 und 300 € im Monat. sipgate bietet mit sona einen KI-Agenten an, der im Free-Tarif nichts kostet. Klingt nach dem Ende teurer Telefonassistenten. Wir haben sona selbst eingerichtet, mit einem Kalender verbunden und zahlreiche Testanrufe gemacht. Hier ist unser ehrliches Ergebnis.

    Was ist sipgate sona?

    sipgate sona ist der KI-Telefonassistent des Düsseldorfer Telefonieanbieters sipgate. Er nimmt Anrufe an, beantwortet Fragen zu Ihrem Betrieb, bucht Termine und schickt nach jedem Gespräch eine Zusammenfassung per E-Mail. Im kostenlosen Tarif sind bis zu 500 Minuten im Monat und ein gleichzeitiger Anruf enthalten, ohne Grundgebühr. Den Vertrag schließen Sie direkt mit sipgate.

    Das funktioniert gut

    • Geschwindigkeit: Der Assistent antwortet sehr schnell, lange Pausen gibt es kaum.
    • Terminbuchung: Die Anbindung an einen Online-Kalender (Cal.com) funktioniert. Termine landen direkt im Kalender.
    • Zusammenfassungen: Nach jedem Anruf kommt eine Zusammenfassung per E-Mail.
    • Kosten: Für 0 € im Monat bekommen Sie einen Assistenten, der rund um die Uhr erreichbar ist.

    Die Haken, die man kennen sollte

    1. Weiterleitungen kosten Geld

    Der KI-Assistent selbst ist kostenlos. Leitet er einen Anrufer aber an Ihr Handy oder Büro weiter, ist das ein normales Telefonat über Ihr sipgate-Guthaben. In unserem Test kostete eine Weiterleitung ins deutsche Mobilfunknetz 19 Cent pro angefangene Minute. Ein Gespräch von 11 Sekunden kostete also schon 19 Cent.

    Ist kein Guthaben aufgeladen, hört der Anrufer eine Ansage, sein Guthaben reiche nicht aus. Dabei hat er gar keins, gemeint ist Ihr Konto. Die Weiterleitung scheitert, der Anrufer ist weg.

    2. Die E-Mail-Adresse wird am Telefon buchstabiert

    Für Terminbuchungen fragt der Assistent standardmäßig die E-Mail-Adresse des Anrufers ab. Am Telefon heißt das: buchstabieren. In unserem Test haben wir nach mehreren Versuchen aufgelegt. Die Lösung liegt im Kalender: Dort lässt sich einstellen, dass statt der E-Mail die Telefonnummer abgefragt wird. Das muss man aber wissen.

    3. Versprechen, die nicht eingehalten werden

    Nach der Buchung kündigte der Assistent eine Bestätigung per Telefon an. Sie kam nie.

    4. Raten statt nachfragen

    Wir haben nur unseren Nachnamen genannt. Der Assistent antwortete: „Vielen Dank, Herr Schmidt.“ Auf Nachfrage: „Das habe ich nur angenommen.“ Ab und zu verspricht er sich außerdem hörbar.

    5. Stornieren geht nicht

    Einen Termin absagen konnten wir nicht. Der Assistent wollte uns stattdessen weiterverbinden. Auf die Frage, ob er eine Nachricht aufnehmen könne, sagte er nein, obwohl er nach jedem Anruf eine Zusammenfassung verschickt. Bei der Weiterleitung war besetzt, danach legte er auf.

    6. Kein eigener Prompt

    Bei sona gibt es keine freie Anweisung an die KI, sondern nur vorgegebene Bausteine (Playbooks). Was der Assistent falsch sagt, lässt sich deshalb oft nicht selbst abstellen.

    Wie lange dauert die Einrichtung?

    Kostenlos heißt nicht: in fünf Minuten fertig. Realistisch sieht es so aus:

    SchrittZeit
    sipgate-Konto anlegen und Standort verifizieren20–30 Minuten, plus Wartezeit auf die Freigabe
    Kalender einrichten: Konto, Verfügbarkeiten, Terminart, Buchungsfragen, Telefon statt E-Mail, Schnittstelleca. 1 Stunde
    Begrüßung, Wissen über den Betrieb, Playbooksca. 1 Stunde
    Weiterleitung, Guthaben, Mailbox auf der Zielnummer, Rufumleitung an der Telefonanlageca. 30 Minuten
    Testanrufe und Nachjustieren30–60 Minuten
    Gesamt3,5 bis 4,5 Stunden

    Wer weiß, wo alles ist, braucht also einen halben Tag. Beim ersten Mal eher einen ganzen.

    Für wen reicht ein kostenloser KI-Telefonassistent?

    sipgate sona reicht, wenn Ihre Anrufer vor allem Fragen stellen oder einen Termin buchen wollen, zum Beispiel Öffnungszeiten, Leistungen, Preise oder ein freier Termin. Für einen kleinen Betrieb, der heute Anrufe verpasst, ist das ein echter Fortschritt: Ein Assistent, der manchmal danebenliegt, ist besser als ein Telefon, das niemand abnimmt.

    Schwierig wird es, wenn Anrufer Termine absagen oder verschieben, Sonderwünsche haben oder unzufrieden sind. Dann landet alles in der Weiterleitung, und die kostet Geld und funktioniert nur, wenn jemand rangeht.

    Unser Fazit

    Kostenlos ist der Bot. Teuer wird alles, was er nicht kann, und die eigene Zeit für die Einrichtung. sipgate sona ist für 0 € ein solider Einstieg in KI am Telefon. Wer ihn nutzt, sollte die Haken kennen und die Einrichtung sorgfältig machen, damit keine Anrufe verloren gehen.

    Häufige Fragen

    Ja. sipgate sona ist im Free-Tarif kostenlos: bis zu 500 Minuten im Monat und ein gleichzeitiger Anruf ohne Grundgebühr. Kosten entstehen, wenn der Assistent Anrufe an andere Nummern weiterleitet.

    Weiterleitungen sind normale Telefonate über Ihr sipgate-Guthaben. In unserem Test kostete eine Weiterleitung ins deutsche Mobilfunknetz 19 Cent pro angefangene Minute (Stand Oktober 2026).

    Ja, über die Anbindung an einen Online-Kalender wie Cal.com. Damit Anrufer keine E-Mail-Adresse buchstabieren müssen, sollte im Kalender die Telefonnummer statt der E-Mail abgefragt werden.

    In unserem Test nicht. Der Assistent bot stattdessen eine Weiterleitung an.

    Mit Erfahrung etwa einen halben Tag, beim ersten Mal eher einen ganzen: Konto und Verifizierung, Kalender, Begrüßung und Wissen, Weiterleitung und Testanrufe.

    Alle Angaben beruhen auf unserem eigenen Test im Oktober 2026. Funktionen und Preise von sipgate können sich ändern. Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.